Schneller, schöner, besser

thyssenkrupp Elevator hat den Flughafen von Rio mit modernen Fluggastbrücken und weiteren Anlagen ausgerüstet – in Rekordtempo.

Der Flughafen Galeão ist der größte in Rio und einer der größten Brasiliens. Rund 17 Millionen Passagiere starten oder landen hier im Jahr.

Wenn für andere der Stress beginnt, lebt Robson Cleber Calvo auf: Der Manager für Spezialprojekte bei thyssenkrupp Elevator war in den vergangenen Monaten für die Modernisierung und Neuinstallation von Beförderungsanlagen am Flughafen Galeão in Rio de Janeiro verantwortlich. Im bestehenden Areal mussten vor allem 38 alte Fluggastbrücken durch 32 neue ersetzt werden. Dazu kam der Austausch von elf Aufzügen und 15 Fahrtreppen. „Hier gab es gleich mehrere Herausforderungen“, sagt Calvo: „Die erste war die extrem enge Frist. Theoretisch hatten wir zwar einen Vertrag über dreizehn Monate für die Arbeiten, aber tatsächlich hat allein die Fertigung der Brücken in Spanien sechs Monate gedauert, einen weiteren Monat waren sie per Schiff unterwegs und dann hat uns ein Streik der Zollbehörde 30 Tage gekostet.“ Als die Brücken da waren, mussten sie in Rekordzeit bei laufendem Flughafenbetrieb eingebaut werden: „Das muss man sich vorstellen: Da kommen ständig Flugzeuge auf der Baustelle vorbei – und die haben immer Priorität.“

Schlaflose Nächte hatte Calvo deswegen trotzdem nicht. Sein Team von rund 50 Mitarbeitern ist es gewohnt, Außergewöhnliches zu leisten: „Ob Olympia oder die WM ansteht, ist ihnen gar nicht so wichtig, sie schätzen einfach dieses konzentrierte Arbeiten, um Termine einzuhalten.“ Das hatten die Arbeiter bereits auf anderen Flughäfen in São Paulo und Brasilia bewiesen, und so erledigten sie auch in Rio die Schichten zwischen 23 und vier Uhr morgens, ohne zu klagen. Nur zu dieser Nachtzeit konnten sie die Fahrtreppen auswechseln, weil dann weniger Passagiere unterwegs sind.

Willkommen in Rio: Robson Cleber Calvo (vorne) und seine Mitarbeiter freuen sich, dass Gäste aus aller Welt nun die neuen, von ihnen installierten Anlagen nutzen können.

46 Grad und warmer Regen

Für den Austausch der Fluggastbrücken ließ Calvo tagsüber jeweils den notwendigen Bereich für die Arbeiten absperren. Dahinter schwitzten die Mechaniker bei einer Hitze von bis zu 46 Grad Celsius, während Kräne die tonnenschweren Teile bei starkem Wind 30 Meter hoch wuchteten. „Nur wenn der Wind mehr als 60 Stundenkilometer erreichte oder die im Sommer üblichen nachmittäglichen Regengüsse zu stark wurden, haben wir die Arbeit unterbrochen“, erzählt Calvo: „Wir mussten alles exakt kalkulieren, damit so ein Teil keinesfalls mit einem Flugzeug kollidieren konnte, falls etwa schiefgehen sollte.“

Es ist nichts schiefgegangen. Unfallfrei installierten Calvos Männer auch noch 26 neue Fluggastbrücken, sechs Fahrtreppen, 14 Fahrsteige – darunter den mit hundert Metern längsten in Lateinamerika – und 14 Aufzüge am gerade errichteten Terminal 3. „Das war ja ein Neubau ohne Passagieraufkommen und damit gegen die Modernisierungsarbeiten das reinste Kinderspiel!“ Mitte April, knapp hundert Tage vor den Olympischen Spielen in der Stadt, fehlten nur noch ein paar Aufzüge zum Abschluss des Projekts Galeão.

Die Betreibergesellschaft vermeldet derweil stolz: Das ist praktisch ein neuer Flughafen! Erste Konsequenzen: Weitere Fluggesellschaften steuern die Stadt am Zuckerhut an, andere, wie Lufthansa, haben die Frequenz ihrer Verbindungen nach Rio gesteigert. Brasilien setzt auch in der Wirtschaftskrise auf Touristen und hofft, die Zahl von jährlich sechs Millionen Besuchern im Olympiajahr auf 6,5 Millionen steigern zu können.

Beweglicher Stahl: Die Fluggastbrücken gehören zur Modellfamilie Apron Drive und verfügen über zwei beziehungsweise drei ineinander verschiebbare Tunnel. Die längste Brücke kann auf bis zu 45 Meter ausgefahren werden.

Haben sich die Cariocas, wie die Bewohner der Stadt sich nennen, noch zur WM für ihren veralteten Flughafen geschämt, werden die Olympiabesucher ihre Stadt über die gleichen Fluggastbrücken betreten, wie sie Passagiere aus europäischen Metropolen kennen. Sie bestehen aus drei Metallgliedern, die zusammengeschoben 21 Meter messen. Ausgefahren erreicht die längste von ihnen 45 Meter. „Das ist weltweite Spitzentechnologie“, sagt Calvo, „sie funktionieren mit einem speziellen Anti-Kollisionssystem, das Zusammenstöße verhindert, wenn zwei Brücken eingesetzt werden müssen.“ Denn neuerdings können auf dem Galeão – wie auch auf dem Guarulhos International Airport von São Paulo – Maschinen vom Typ Airbus A380 landen, die zu den größten Flugzeugen der Welt gehören und mindestens zwei Brücken benötigen.

Stolz schwingt mit, wenn Manager Calvo erzählt, dass er in den Monaten des Umbaus bei jedem Ein- und Ausbau dabei war: „So eine Fluggastbrücke wiegt 32 Tonnen, und ich bin für jeden Unfall verantwortlich! Klar ist so etwas stressig.“ Er macht eine kleine Pause und setzt hinzu: „Aber genau das macht mir Spaß!“

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46 Aufzüge und Fahrtreppen hat thyssenkrupp Elevator am Flughafen von Rio de Janeiro ausgetauscht oder neu installiert. Dazu kommen 14 Fahrsteige. Darunter ist der mit hundert Metern längste in Lateinamerika.