Ralf Dodig und das Öl

Ralf Dodig hat die Augen offen gehalten: Seine pfiffige Idee spart knapp 20.000 Euro pro Jahr

Manchmal ist es gut, ein wenig abzuwarten. Diese Erfahrung hat Ralf Dodig beim Entkuppeln von Ölleitungen gemacht. Der Arbeitsschritt ist Routine für die Mitarbeiter im Kaltwalzwerk 2 von ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg: Wenn sie alle 14 Tage die Stützwalzen wechseln, kontrollieren sie auch deren Lager. Dafür werden diese abgezogen. Vorher trennt man sofort nach dem Abschalten der Anlage hydraulisch die Leitungen, über die Schmieröl in die Lager läuft. Allerdings befinden sich in jedem Stützlager noch immer große Mengen Öl, die in eine Wanne abfließen und entsorgt werden müssen.

120 Liter waren es früher, bis Ralf Dodig den Einfall hatte, mit dem Entkuppeln 30 Minuten zu warten. Auf diese Idee kam der Prozesskoordinator, weil er sich an früher erinnerte: Vor mehr als 20 Jahren arbeitete er nämlich im Kaltwalzwerk 2 als Schlosser in der Instandhaltung. Das Entkuppeln der Ölleitungen wurde damals noch von Hand durchgeführt, aber ebenfalls direkt nach dem Abschalten. „Den Fehler haben wir immer wieder gemacht“, erzählt Dodig. Nicht selten bekamen er oder Kollegen einen dicken Schwall Öl ab. Weniger schlimm war es, wenn sie dem Öl nach dem Abschalten etwas Zeit ließen, um von alleine aus dem Lager in den Tank zurückzufließen.

Genau daran erinnerte sich Dodig im Jahr 2011 beim regulären Stützwalzenwechsel. Zusammen mit seinem Vorarbeiter Matthias Steiner machte er einen Versuch: Sie maßen die Ölmenge, die ansonsten verlorengeht, und zum Vergleich die Menge, nachdem sie die Anlage zuvor 30 Minuten hatten ruhen lassen. Das Ergebnis: Pro Walzwechsel konnten so 160 Liter eingespart werden. Über das ganze Jahr waren es 16.160 Liter – Schmieröl im Wert von fast 19.000 Euro. Dodig und Steiner reichten den Verbesserungsvorschlag beim Ideenmanagement von ThyssenKrupp Steel Europe ein – und hatten Erfolg: Die 30-Minuten-Pause ist heute Standard beim Walzwechsel in Duisburg.

Ralf Dodig und die Ölfässer: Seine Idee spart dem Unternehmen pro Jahr rund 20.000 Euro.