Bernhard Osburg zum Bereich Grobblech

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

Ende letzten Jahres haben wir die Strategie 20-30 vorgestellt. Die Details dieses Zukunftskonzepts für den Stahl haben wir der Mitbestimmung in einer regelmäßig tagenden Arbeitsgruppe erläutert. In der gestrigen Sitzung dieser Gruppe wurde auch zu aktuellen Entwicklungen bei Grobblech informiert. Diesen Stand will ich mit Ihnen teilen:

Die Business Unit Heavy Plate befindet sich seit Jahren in wirtschaftlich schwerem Fahrwasser und schreibt rote Zahlen. Wir haben daher intensiv alle möglichen Optionen geprüft und sind nun zu dem Ergebnis gekommen, dass die Fortführung im Verbund von thyssenkrupp nicht wirtschaftlich ist. Deshalb werden wir weiter mit Hochdruck versuchen, einen Käufer zu finden, der das Grobblechgeschäft wirtschaftlich weiterführen kann. Wir werden diesen Prozess mit der nötigen Sorgfalt und der gebotenen Transparenz gegenüber der Mitbestimmung kurzfristig vorantreiben. Sollte ein Verkauf trotz dieser Bemühungen nicht möglich sein, planen wir, den Bereich Grobblech bis zum Jahr 2022 zu schließen.

Die wichtigste Nachricht dabei: Wir wollen jedem Mitarbeiter ein für seine individuelle Situation angemessenes Angebot für eine Weiterbeschäftigung oder auch einen möglichen Ausstieg unterbreiten.

Im Zuge der Verhandlungen zur Strategie 20-30 sind aber auch Zahlen über einen erhöhten Arbeitsplatzabbau beim Stahl genannt worden. Konkret steht die Zahl 2.800 im Raum. Hier werden zwei Themen vermischt: Schon oftmals erläutert worden ist der geplante Abbau von bis zu 2.000 Stellen in den nächsten drei Jahren, der sich strukturell aus 1.000 Arbeitsplätzen in der Verwaltung, 200 in Logistik und Instandhaltung sowie 800 Stellen bei Grobblech zusammensetzt.

Bei den nun genannten, weiteren ca. 800 Stellen geht es um mögliche spätere Auswirkungen der geplanten Optimierung unseres Produktionsnetzwerks. Wenn wir die Strategie wie geplant umsetzen, wird es zur Schließung einzelner Aggregate und damit zur Verlagerung und dem Entfall von Arbeitsplätzen kommen. Dies wäre dann allerdings erst ab 2025 der Fall und hat nichts mit den jetzt anstehenden Maßnahmen zu tun. Das ist mir wichtig zu betonen, um keine zusätzlichen Unsicherheiten zu schüren.

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unser Stahlgeschäft befindet sich in einer sehr angespannten Situation. Das erste Quartal dieses Geschäftsjahres war eines der schlechtesten Quartale beim Stahl überhaupt. Wenn wir wieder erste Liga werden wollen, müssen alle ihren Beitrag leisten, zum Beispiel auch durch mehr Flexibilität. Weiter so ist keine Option. Unsere Strategie 20-30 ist mit hohen Investitionen verbunden und wird unsere Standorte nachhaltig wettbewerbsfähig machen. Damit wird es uns gelingen, thyssenkrupp Steel zukunftssicher aufzustellen. Diesen Prozess gehen wir jetzt konsequent an und werden gemeinsam mit der Mitbestimmung nach sozialverträglichen Lösungen suchen, wie es bei thyssenkrupp gute Tradition ist.

Wir als Vorstand werden die Belegschaft von Grobblech Anfang der kommenden Woche dazu auch noch einmal persönlich informieren.

Ihr

Bernhard Osburg