Kreative Azubis in Bochum

Anlagenkomponenten der Querteilanlage werden Schritt für Schritt modernisiert

Nächstes Jahr wird sie 40, die Querteilanlage am Standort Bochum – hier werden die auf den drei Warmbandstraßen von ThyssenKrupp Steel Europe erzeugten Warmbänder zu Bandblechen verarbeitet. Die QTA, wie die Bochumer sie liebevoll nennen, gehört zu den ältesten Anlagen in Bochum und hat so ihre alterstypischen Zipperlein: „Für uns ist es manchmal eine echte Herausforderung, die Betriebsbereitschaft der Anlage aufrecht zu erhalten“, verrät Peter Michels, Fachkoordinator im Wambandwerk 3. „Viele elektronische Komponenten gehen kaputt und können aufgrund ihres Alters nicht mehr repariert oder nachbestellt werden. Da muss man kreativ werden und sich Lösungen einfallen lassen. Wir haben uns dazu entschlossen, dabei die Azubis mit einzubeziehen und aus der Not eine Tugend zu machen: Schon seit einigen Jahren hilft uns der Nachwuchs dabei, die wesentlichen Anlagenkomponenten Schritt für Schritt zu modernisieren. Und das klappt ganz wunderbar.“

Beispiel Stromrichter: Unter Anleitung von Techniker Michels und unterstützt von ihren Ausbildern haben die angehenden Elektroniker für Betriebstechnik André Rusch und Daniel Wietfeld, beide im dritten Ausbildungsjahr, in diesem Jahr dabei geholfen, die in die Jahre gekommenen Stromrichter durch neue, zuverlässigere Module zu ersetzen. „Stromrichter sind Anlagen, die für die Steuerung und Regelung von drehzahlveränderlichen Elektromotoren verwendet werden“, erklärt Azubi Rusch. „Wir haben den Neubau geplant, eine Dokumentation erstellt, Teile bestellt, die Anlage programmiert, die Montageplatten bestückt, die Anlage in der Ausbildungswerkstatt zusammengebaut und getestet und dann schließlich in der QTA eingebaut“, ergänzt sein Kollege Wietfeld.

Insgesamt waren die beiden Elektrotechniker in spe ein ganzes Jahr mit dem Projekt beschäftigt. „Es hat uns riesig Spaß gemacht, weil wir in die Praxis eintauchen konnten, abwechslungsreich gearbeitet haben und auch Verantwortung tragen durften“, finden beide. „So ein Praxisprojekt ist schon was anderes, als nur in einer Ausbildungswerkstatt Übungen zu machen.“ Ihr Praxiscoach Michels ist mehr als zufrieden mit dem Ergebnis: „Die Jungs haben einen guten Job gemacht und viel gelernt: Sie konnten ihre theoretischen Kenntnisse in den Berufsalltag einbringen und Fachwissen von uns alten Hasen lernen. Und wir haben wieder ein Puzzlestück unserer Anlage in Schuss – das ist eine klassische ‚win-win‘-Situation für den Produktions- und Erhaltungsbereich sowie für die Auszubildenden des Technikzentrums.“ Das Projekt wird mit der nächsten Azubigeneration fortgesetzt.