Investitionen, die sich lohnen

ThyssenKrupp Steel Europe erneuert für eine Viertelmilliarde Euro sein Warmbandwerk Duisburg-Bruckhausen. Die Kunden freut’s: Sie erhalten noch dünnere Bänder in höchster Präzision. Und die Mitarbeiter sind begeistert: Die Arbeitsumgebung hat sich deutlich verbessert.

Wer das rund 800 Meter lange Warmbandwerk 1 persönlich in Augenschein nehmen will, braucht eine Sicherheitsausrüstung und gute Puste. Vorbei geht es an Öfen, Walzen und Messanlagen. Dabei ist es warm, geräuschintensiv und durchgehend faszinierend, wenn die langen Stahlbänder mit 50 Stundenkilometern durch die Anlage rasen. Was genau ist neu an dem Aggregat? „Wir verfügen jetzt über modernste Automatisierungs-, Walz- und Kühltechnik, Hydraulik und Elektrik – und ein komplettes Lagerverwaltungssystem“, erklärt Heinz-Josef Engelskirchen, Leiter der frisch renovierten Anlage. „Das alles bringt uns auf ein neues Präzisionslevel; es verringert sowohl Ausschuss als auch potenzielles Nacharbeiten“, ergänzt Andreas Walther, Teamleiter des Bereichs Brammencenter Ofen.

Auch in der Vergangenheit hat die Mannschaft des WBW1 die hohen Qualitätsanforderungen ihrer Kunden erfüllt – jetzt kann sie aber noch dünnere oder auch höherfestere Stahlbleche mit noch engeren Toleranzen produzieren. „Wir haben die Einsatzmöglichkeiten des Warmbandwerks 1 stark verbessert“, bringt es Andreas Rotärmel, Produktionsleiter im Bereich der Fertig-straße, auf den Punkt. Wenn sich beispielsweise die Anforderungen der Automobil- oder Dosenindustrie erhöhen – was permanent geschieht –, dann ist ThyssenKrupp Steel Europe mit der aktuellen Modernisierung bestens darauf vorbereitet.

Für die nächsten Jahre sind wir rundum gut gerüstet.“

HEINZ-JOSEF ENGELSKIRCHEN, Werksleiter

Die Mitarbeiter sind derweil froh über ihre hellen, geräumigen, ergonomisch ausgerichteten und optimal ausgeleuchteten Arbeitsplätze in den Leitständen. „Es wurde alles verbessert, was man verbessern kann – von den Bedienpulten über die Steuerung bis hin zu den Pausenräumen mit Raucherkabinen“, freut sich Schichtkoordinator Siegfried Kurpierz. „Wir sind mitten im 21. Jahrhundert angekommen, die Nostalgie ist weg.“ Anlagensteuerer Matthias Gronowski meint zufrieden: „Die moderne Bedienoberfläche an den Rechnern – die wir beim Hersteller übrigens selbst an unsere Bedürfnisse anpassen durften – macht das Arbeitsleben einfacher. Anfangs war das durchaus eine Herausforderung, weil man sich umgewöhnen musste.“

Fertige Coils warten auf den Abtransport

Die Anlage verfügt jetzt auch über ein neues, mit Berufsgenossenschaft und Bezirksregierung abgestimmtes Sicherheitskonzept: „Das umfasst beispielsweise die komplette Einzäunung der Anlage, neue Verkehrswege innerhalb der Halle, ein neues Brandschutzkonzept mit automatischer Feuerlöschanlage an sensiblen Anlagenteilen und eine Sicherheitssteuerung: In Notfällen schalten sich Anlagenteile per SPS automatisch ab“, so Engelskirchen. „Für die nächsten Jahre sind wir jetzt rundum gut gerüstet.“

Stahlbleche werden mit einer Toleranz im My-Millimeter-Bereich produziert