Volle Konzentration auf Kunden, Qualität und Tempo

Wo und wie wir besser werden, wissen die Mitarbeiter von Steel selbst am besten. Das belegen neue Initiativen in den Bereichen Qualitätsmanagement, Vertrieb und Innovationen. Erstes Fazit: Ihr Erfolg motiviert.

Rudolf Schönenberg, Leiter Qualitäts­management, thyssenkrupp Steel Europe AG

Raus aus der Komfortzone: Qualitätsmanager arbeiten an Null-Fehler-Kultur

„Wo Menschen arbeiten, werden Fehler gemacht, so viel steht fest. Trotzdem wollen wir bei Steel die ‚Null-Fehler-Kultur‘ im Unternehmen verankern. Denn: Je weniger Fehler wir machen, desto zufriedener sind die Kunden und desto besser ist das für unser Geschäftsergebnis. Dass gleich morgen schon alles fehlerfrei läuft, ist utopisch, wir müssen uns aber dennoch auf den Weg zu diesem Ziel machen.

Die 260 Mitarbeiter meines im Februar neu geschaffenen Bereichs Qualitätsmanagement arbeiten hart daran. Was wir dafür brauchen? Zum einen natürlich die komplette Belegschaft: Jeder sollte sich kontinuierlich fragen, ob das, was er leistet und wie er es leistet, das Best- und zugleich Schnellstmögliche ist. Weiterhin halten wir es für erforderlich, Prozesse zu standardisieren, Komplexität zu reduzieren und Dinge zu vereinfachen – kurzum: uns ausschließlich auf das zu konzentrieren, was uns nach vorne bringt, alles andere lieber sein zu lassen. Wir benötigen darüber hinaus Transparenz in den Prozessen. Nur dadurch können wir erkennen, wo eventuell etwas schiefläuft und was wir tun müssen, um gegenzulenken.

Dies alles ist die Basis für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess und das bedeutet: sich niemals mit dem Erreichten zufrieden geben und stehen bleiben, sondern innovativ bleiben und sich immer weiterentwickeln. Außerdem wollen wir die Kundenorientierung – extern wie intern – intensiv leben, uns also nicht mehr so viel mit uns selbst, sondern mit den Kunden und der Erfüllung ihrer Bedürfnisse beschäftigen. Denn schließlich sichert ihre Zufriedenheit unsere Arbeitsplätze. An all diesen Fronten arbeiten wir hart und haben uns hohe Ziele gesteckt: Ausfallkosten reduzieren, die Ausbringung verbessern und die Reklamationsrate senken. Ich gehe fest davon aus, dass wir innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre sichtbare Ergebnisse vorweisen können.“

Rudolf Schönenberg,
Leiter Qualitäts­management, thyssenkrupp Steel Europe AG

Hans Ferkel, Leiter Technologie & Innovation, thyssenkrupp Steel Europe AG

Produkte schneller zu den Kunden bringen: Time‑to‑Market

„Innovationen sind teuer. In erster Linie für den Entwickler, denn die teils immensen Entwicklungskosten rechnen sich schließlich erst nach und nach. Je früher eine Innovation also am Markt ist, desto besser, denn nur so können Unternehmen damit Geld verdienen – und es wieder in die nächste Innovation investieren. Mit unserer Initiative Time‑to‑Market beschleunigt die Business Area den Innovationsprozess für ihre Produkte erheblich.

Bislang haben wir – wie in der Materialentwicklung üblich – je nach Anwendungsfall dafür im Schnitt fünf Jahre oder länger gebraucht. Da sich aber beispielsweise in der Automobilindustrie die Zeitspanne zwischen dem Erscheinen eines Autos und seines Nachfolgemodells deutlich verkürzt hat, müssen wir diesem Trend folgen, denn daraus ergeben sich zusätzliche Marktchancen.

Wie wir schneller werden? Zunächst identifizieren wir in einem komplexen Prozess die Ideen, in denen wir echtes Potenzial sehen. Das bedeutet, wir untersuchen sehr genau, inwieweit sie realisierbar und für unsere Kunden auch wirklich hilfreich sind. Die Ideen zu Innovationen stammen aus Trendstudien, Gesprächen mit Kunden, unserer Entwicklungsabteilung und auch von Mitarbeitern.

Sobald wir eine Idee ausgewählt haben, wird sie von einem interdisziplinären Team, in dem auch Vertrieb und Produktion/Planung vertreten sind, auf Kundennutzen, Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit geprüft. Wenn wir zu einem positiven Ergebnis kommen, beginnt die Vorentwicklung. Ist auch diese erfolgreich, entwickeln wir das Produkt bis zur Serienreife und führen es schließlich in den Markt ein. Was wir heute anders als früher machen?

Einerseits haben wir die frühen Phasen der Entwicklung ausgeweitet und intensiviert. Auf diese Weise können wir Fehler und damit ‚Schleifen‘ vermeiden und den gesamten Prozess um bis zu ein Drittel verkürzen. Das spart nicht nur Zeit – in der wir gegebenenfalls noch auf Marktveränderungen oder geänderte Kundenwünsche reagieren können –, sondern auch Kosten. Andererseits binden wir unsere Kunden, beispielsweise ausgesuchte Automobilkunden, früher ein, um unsere Produkte schnell und passgenau in neue Fahrzeugreihen einzuführen. Insgesamt sind wir mit Time‑to‑Market auf einem sehr guten Weg.“

Hans Ferkel,
Leiter Technologie & Innovation, thyssenkrupp Steel Europe AG

Peter Biele, Leiter Kernteam Sales Academy, Geschäftsführer thyssenkrupp Electrical Steel GmbH

Gut gerüstete Vertriebler: Sales Academy stärkt Kundenorientierung

„Der Bedarf ist ganz klar da: Die insgesamt 650 Mitarbeiter in den Vertriebsbereichen wollen und brauchen detailliertes Wissen und zusätzliche Kompetenzen, um unsere Produkte in einem wettbewerbsintensiven Markt zu vertreiben – und gleichzeitig eine hohe Kundenzufriedenheit zu gewährleisten. Aber auch wir Vertriebler wollen uns fachlich gut gerüstet fühlen. Deshalb hat die Business Area Steel eine hauseigene Vertriebsakademie gegründet – hier vertiefen die Mitarbeiter seit Mai ihre vorhandenen Kenntnisse.

Aus eigener Motivation und mit großer Begeisterung, wie wir aus Gesprächen und Erhebungen wissen: Sie finden es toll, dass interne Dozenten als echte Kenner der Materie relevante Themen praxisnah vermitteln. Der Themenzuschnitt und die Lerneinheiten stimmen. Die Akademieteilnehmer haben Gelegenheit, darüber zu reden, wo manchmal der Schuh drückt, und können ‚netzwerken‘.

Im sogenannten Basismodul haben bereits 20 Veranstaltungen stattgefunden, in denen wir mehr als 500 Mitarbeiter zu Themen wie Beschwerdeverständnis, Kundenservice, Kanal- und Preissetzungsmanagement geschult haben. Auch unsere zweite Modulreihe läuft gut. Hier sind schon über 300 Teilnehmer tief in die Schulungsinhalte rund um Innovationsmanagement, Verhandlungsführung, Markt- und Kundenstrategie, Auftragsabwicklung, Kaufrecht und Anti-Dumping eingetaucht.

Insgesamt verzeichnen wir nach einem halben Jahr schon mehr als 1.600 Anmeldungen. Das spricht für sich und vor allem dafür, dass die Sales Academy eine feste Institution wird, die die Vertriebsmannschaft fit fürs Tagesgeschäft hält. Ein Riesenschritt in die richtige Richtung – um die Kundenorientierung bei uns stärker zu verankern und zu verbessern.“

Peter Biele,
Leiter Kernteam Sales Academy, Geschäftsführer thyssenkrupp Electrical Steel GmbH