„Man darf keine Angst vor dem Scheitern haben“

Rund 7.7 Milliarden Menschen leben auf der Welt, davon sind derzeit etwa 3,82 Milliarden Frauen. Im Rahmen des Weltfrauentags, haben wir mit einer von 3,8 Milliarden gesprochen: Maria Uribe. Geboren in Kolumbien, arbeitet die 30-Jährige mittlerweile als Supply Chain Engineer beim innovativen MULTI. Im Interview erzählt Sie von Pioniergeist, interkultureller Zusammenarbeit und warum scheitern wichtig ist.

Maria Uribe

Marias Arbeit läuft nicht immer so wie sie es sich denkt. Als Supply Chain Engineer beim MULTI, entwickelt sie neue und innovative Logistik- und Lieferkettenkonzepte. Keine leichte Aufgabe, denn im Rahmen der Entwicklung des weltweit ersten seillosen Aufzug, der vertikal und horizontal fährt, entsteht auch ein völlig neues Logistikkonzept. Eine Aufgabe die vor allem Kreativität benötigt. „In meinem vorherigen Beruf waren viele Prozesse und Abläufe bereits vorgegeben. Ich musste mich nicht wirklich kümmern. Beim MULTI habe ich jetzt die Chance, mir Prozesse selbst auszudenken“, berichtet die 30-Jährige. Das beinhaltet neben den kreativen Prozessen, auch die enge Zusammenarbeit mit potenziellen Lieferanten. Das dabei nicht immer alles glatt läuft ist verständlich. „Wenn man neue Prozesse erstellt, dann ist das oft auch ein wenig herumprobieren - man muss kreativ sein. Dabei ist es unwahrscheinlich auf Anhieb die richtige Lösung zu finden. Aber es wichtig, auch das zu lernen und zu akzeptieren. Dinge dürfen eben auch mal danebengehen.“

Zwischen Kaufmann und Ingenieur

Im Studium entschied sich Maria für Wirtschaftsingenieurwesen. Unterschiedliche Dinge vom großen Ganzen bis ins kleinste Detail zu analysieren hat sie schon früh fasziniert. „Als Wirtschaftsingenieur weiß man über jedes Thema ein bisschen. Im Studium bekommt man einen sehr guten Überblick und lernt sowohl die kaufmännische, als auch die Ingenieurssicht. Am Ende, ist man ein bisschen wie ein Übersetzer oder Vermittler zwischen Ingenieuren und Kaufmännern. Diese beiden Sprachen zu sprechen finde ich toll!“ Und das Verständnis für beide Seiten hilft Maria auch bei der Entwicklung von Logistikkonzepten weiter, bei der sie eng mit Kollegen aus anderen Abteilungen zusammenarbeitet. Vielfalt die Weiterbringt

Für die Entwicklung ihrer Logistikkonzepte arbeitet sie mit Lieferanten aus der ganzen Welt zusammen. „Durch meine intensiven Gespräche mit potenziellen Lieferanten durchlaufe ich tagtäglich eine Vielzahl von Kulturen. Ich höre italienische Witze und freue mich über die genaue Arbeitsweise von Japanern. Die interkulturelle Arbeit schätze ich sehr und das nicht nur mit unseren Lieferanten, sondern auch bei uns im Team“, erklärt Maria. Denn nicht nur ihre Arbeit zeichnet sich durch die interkulturelle Zusammenarbeit, auch das MULTI Team ist divers aufgestellt. Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt arbeiten gemeinsam an dem innovativen Aufzug. „Für mich ist es natürlich toll, meine Muttersprache mit ein paar meiner Kollegen sprechen zu können. Aber ich glaube auch, dass Vielfalt im Team weiterbringt und dabei helfen kann, sogenannte Blindspots zu erkennen und zu überwinden.“

Pioniergeist wird Belohnt

Doch der Berufsalltag kann auch stressig sein. In diesen Situationen heißt es einen kühlen Kopf zu bewahren. Diese Erfahrungen musste auch die 30-Jährige machen. „In der Luftfahrt werden sehr viele Tests gemacht bevor ein Triebwerk überhaupt eingebaut wird. Das bedeutet natürlich viel Koordination, Last-Minute Änderungen und Stress. Aber durch dieses Fire-Fighting und Trouble-Shooting sieht man am Ende, wenn die Montage Linie wieder läuft, direkt seinen eigenen Beitrag am Produkt. Das ist unglaublich motivierend“, resümiert die Ingenieurin. Aus den bereits gesammelten Erfahrungen, kann sie auch jetzt noch schöpfen. Denn auch bei ihrer Arbeit in der Aufzugsbranche ist Geduld gefragt, vor allem bei einem Produkt das noch in der Entwicklung steckt. „Das besondere bei der Arbeit am MULTI ist, dass man mit einem gewissen Pioniergeist an die Aufgabe herangehen muss, weil es eben viele Unsicherheiten gibt“, erzählt Maria Uribe. Das liegt vor allem daran, weil der MULTI ein bislang einzigartiges Produkt ist. „Im ersten Moment hat man davor vielleicht ein bisschen Angst, aber ich sehe das eher als Chance. Denn ich kann viele Entscheidungen treffen, die am Ende einen direkten Einfluss auf das Produkt haben. Und dann bin ich schon stolz sagen zu können, dass ich am ersten seitwärtsfahrenden Aufzug mitgearbeitet habe.“