Brief des Vorstands zur aktuellen Situation an alle Mitarbeitenden

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Liebe Mitarbeitende,

die Corona-Pandemie hat uns alle nach wie vor fest im Griff. Daher sind wir stolz darauf, was Sie in den vergangenen Tagen und Wochen geleistet haben – nicht zuletzt im Hinblick auf unsere Kunden. In der Krise zeigt sich, was wir gemeinsam erreichen können. Dafür gilt Ihnen allen unser Dank! Denn wir wissen sehr genau, dass die Bedingungen für Sie nicht immer einfach sind. Wir tun alles dafür, Ihre Gesundheit zu schützen und die Auswirkungen der Pandemie auf das Unternehmen so gut es geht einzugrenzen.

Dafür haben wir zahlreiche Maßnahmen getroffen. So arbeiten derzeit etwa 32.000 Mitarbeitende weltweit aus dem Home-Office. An den Standorten und insbesondere in den laufenden Produktionen sind besondere Hygienevorschriften und weitere Schutzmaßnahmen eingeführt, entsprechende Ausrüstungen sind im Einsatz. Nach heutigem Stand sind etwa 110 Mitarbeitende des Unternehmens akut am Corona-Virus erkrankt. Über die Zeit sind zahlreiche Betroffene auch bereits wieder genesen. Die Gesamtzahl der Infektionen mit dem Virus ist im Unternehmen zwar weltweit stabil bzw. sogar leicht rückläufig. Allerdings gibt es keinerlei Anlass für eine Entwarnung. Denn bedauerlicherweise sind auch zwei Mitarbeitende – einer in Deutschland, einer in Großbritannien – in den letzten Wochen an den Folgen einer Corona-Erkrankung verstorben. Mit den Familien stehen wir in enger Verbindung.

Gleichzeitig sind die Auswirkungen der Pandemie auf die geschäftliche Entwicklung erheblich. Momentan ist in nahezu allen Geschäftsbereichen die Produktion zumindest verringert, zahlreiche Standorte sind geschlossen oder heruntergefahren – zum Teil wegen behördlicher Auflagen, zum Teil wegen der eingebrochenen Nachfrage. Anfang Mai sind mehr als 30.000 Mitarbeitende weltweit in Kurzarbeit bzw. in einem vergleichbaren Status. Diese Zahl wird in den nächsten Wochen wahrscheinlich noch weiter zunehmen, da oft zunächst Überstunden und Urlaub abgebaut werden. In allen unseren Geschäften legen die Führungsmannschaften den Fokus auf Cash/Liquidität und begrenzen den Mittelabfluss so weit wie möglich. Das alles hilft, die finanziellen Auswirkungen der Pandemie für das Unternehmen abzumildern, allerdings nur in begrenztem Ausmaß. Die Berichtszahlen zum zweiten Quartal, die wir am 12. Mai veröffentlichen, werden die ersten Auswirkungen der Krise zeigen, die uns vor weitere Herausforderungen stellen werden.

Nach aktuellem Stand gehen wir nach wie vor davon aus, dass die Elevator-Transaktion zeitgerecht abgeschlossen werden kann. Sollte sich der Abschluss der Elevator-Transaktion bei gleichzeitiger Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen jedoch verzögern, wäre thyssenkrupp möglicherweise auf zusätzliches Geld zur Überbrückung einer etwaigen Liquiditätslücke angewiesen.

Mittelfristig werden die Corona-bedingten Liquiditätsabflüsse aller Voraussicht nach dazu führen, dass der finanzielle Spielraum aus dem Verkauf des Aufzuggeschäfts weitaus geringer als ursprünglich angenommen sein wird. Wir bereiten Lösungswege dafür vor.     

Unabhängig von diesen aktuellen Entwicklungen ist die für die Mai-Sitzung des Aufsichtsrats angekündigte Strategieentwicklung weitgehend abgeschlossen. Die wesentlichen Eckpfeiler werden wir Ihnen nach der Sitzung des Aufsichtsrats vorstellen. Zur weiteren Ausgestaltung der Strategie und vor allem für die konkrete Umsetzung werden wir die Auswirkungen der Corona-Krise weiterhin kontinuierlich analysieren, bewerten und unsere Planungen entsprechend aktualisieren.

Liebe Mitarbeitende,

wir werden Sie über die weiteren Entwicklungen informiert halten und Ihnen immer wieder einen aktuellen Überblick über die Unternehmenssituation geben. thyssenkrupp ist in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Corona verschärft die Situation zusätzlich ganz erheblich. Dem Ernst der Lage entsprechend muss alles geprüft und darf nichts mehr ausgeschlossen werden. Wir sind jetzt alle gefordert, mit dieser Krise entschlossen umzugehen. Zuallererst aber gilt:

Bleiben Sie gesund!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Martina Merz   -    Oliver Burkhard    -   Klaus Keysberg